Am Montag, dem 10. August, besuchte Verkehrsminister Bilger das Mehrzweckschiff „Scharhörn“ an seinem Liegeplatz in Kiel.

Begrüßt wurde der Minister von der Kapitänin des Schiffes, dem Leiter der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung, Herrn Abratis, dem Leiter des Havariekommandos, Herrn Dr. Renner, dem Vorsitzenden der Bundeslotsenkammer, Herrn Erik Dalege, sowie der Besatzung des Schiffes.

Bei einem Rundgang konnte sich der Minister zunächst persönlich von den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten und Fähigkeiten des Mehrzweckschiffes überzeugen.

Im Anschluss stand die neustrukturierte Lotsenausbildung im Mittelpunkt. Der Vorsitzende der Bundeslotsenkammer, informierte den Minister über die Strukturen und aktuellen Herausforderungen des deutschen Lotsenwesens – insbesondere über die wichtige Frage der Nachwuchsgewinnung.

Anschließend stellte Herr Remko Fehr, Seelotse der Lotsenbrüderschaft NOK II, vor, welche Möglichkeiten moderne Technologien inzwischen für die Ausbildung bieten. Im Mittelpunkt stand dabei eine VR-Simulation, die in der Lotsenausbildung eingesetzt werden kann.

Dabei geht es längst nicht nur um die beeindruckende visuelle Darstellung. Die heute verfügbare Grafikqualität, die unter anderem aus der Gaming-Technologie stammt, ermöglicht zwar eine wesentlich detailliertere und realitätsnähere Darstellung als frühere Simulatoren. Entscheidender für die Ausbildung sind jedoch die zugrunde liegenden Daten.

Auf Grundlage eines Erlasses des Bundesverkehrsministeriums werden den Lotsen entsprechende Daten von den zuständigen Behörden, beispielsweise dem BSH, kostenlos zur Verfügung gestellt. Dadurch lässt sich unter anderem die Bathymetrie des Nord-Ostsee-Kanals realitätsgetreu abbilden.

So können angehende Lotsen und erfahrene Lotsen in der Fortbildung gezielt Situationen trainieren, in denen besondere hydrodynamische Effekte auftreten – beispielsweise der Banking-Effekt oder die unterschiedlichen Wechselwirkungen bei Begegnungs- und Passagesituationen. Die VR-Simulation ermöglicht es, diese Situationen praxisnah zu erleben, zu analysieren und sich gezielt auf sie einzustellen.

Der Minister zeigte sich von den Möglichkeiten der modernen Lotsenausbildung sichtlich beeindruckt und stellte zahlreiche Fragen, die von den anwesenden Lotsen kompetent beantwortet werden konnten.

Ein spannender Besuch, der gezeigt hat: Tradition und Erfahrung bleiben das Fundament des Lotswesens – moderne Technologie eröffnet gleichzeitig völlig neue Möglichkeiten für eine praxisnahe und realitätsgetreue Ausbildung.

Am Montag, dem 10. August, besuchte Verkehrsminister Bilger das Mehrzweckschiff „Scharhörn“ an seinem Liegeplatz in Kiel.

Bundesverkehrsminister Bilger zeigte sich von den Möglichkeiten der modernen Lotsenausbildung sichtlich beeindruckt